ROKO. Mehr als Schule
50 Jahre ROKO

Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf, Konrad-Adenauer-Str. 6, 94469 Deggendorf, Tel.: 0991 - 991397 - 0, E-mail: Sekretariat@rokodeg.de

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Als Ersatz für den ausgefallenen "Tag der offenen Tür" 2020: Eine kurze Vorstellung des RoKo als Film bzw. als pdf .

„Ich bin dann mal weg …“

Die hochkarätig besetzte Verabschiedung des Heinz-Peter Meidinger

Eigentlich hatte nur der Papst gefehlt, derart mit Prominenz gespickt war die Verabschiedungsfeier für den scheidenden Schulleiter unseres Robert-Koch-Gymnasiums am 22. Juli: Kultusminister Prof. Michael Piazolo, Wissenschaftsminister Bernd Sibler, der bayerische Philologenverbandsvorsitzende Michael Schwägerl, der künftige Chef des wirkmächtigen Münchner Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) Anselm Räde, der Präsident des Bayerischen Landkreistages Landrat Christian Bernreiter, das Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetages OB Dr. Christian Moser – sie alle gaben sich willig ein Stelldichein, sowohl aus enger persönlicher wie (verbands-)politischer Verbundenheit, aufgrund langjähriger fruchtbarer Kooperation sowie nicht zuletzt auch wegen des tiefen Respekts, die sie alle gemeinsam dem gefeierten „Oberlehrer“ (wie die Bremer „Zeit“ Meidinger als Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands noch vor kurzem betitelte) entgegenbringen. Dass „das Koch“ dabei nicht nur billige Kulisse, sondern der eigentliche Kern der Veranstaltung war, welcher vor 17 Jahren eine untrennbare Symbiose mit dem Namen Heinz-Peter Meidinger eingegangen war, sprach jedoch noch viel mehr für den Gefeierten als alle ebenso souverän wie herzlich vorgetragenen Gratulationsreden der versammelten Laudatores zusammengenommen: Ein echter Schulleiter, ein Lehrer mit Leib und Seele wurde hier geehrt – das konnte niemandem entgehen.

Und dies natürlich auch deshalb nicht, weil die auswärtigen Gäste zwar (wie es sich gehört) das erste Wort erhalten hatten, auf das A aber immer das B folgt – in diesem Falle „B“ wie „Benevolentia“, also die kunstvoll ausgestaltete Verbalisierung aufrechten Wohlwollens durch die vereinte Schulfamilie, die nun ihren Kapitän ebenso wehmütig wie gefasst im Hafen des (schulischen) Ruhestandes zurücklassen muss. Da waren zum einen die Schülersprecher Hanna Käspeitzer, Carlos Santamaria und Marco Schmidt, die ihrem jugendlichen Dank mit einem selbst gestalteten Kunstwerk Ausdruck verschafften, da war auch die Elternbeiratsvorsitzende Christine Zich, die wortreich vor Augen führte, wie sie ihre vor einigen Jahren stattgefundenen ersten Gespräche mit dem „Chef“ von einer besorgten Mutter zum Mitglied dieses elterlichen Gremiums werden ließen, getreu dem Motto: Etwas bewegen kann nur der, der mitmacht. Wie harmonisch das Schulleben auch und insbesondere auf kollegialer Ebene während der letzter dreieinhalb Lustren sich gestaltet hatte, das zeigte sich schließlich vor allem an der nicht weniger gekonnten als liebevollen Inszenierung einer geradezu wallenden Harry-Potter-Show à la Goethe, garniert mit Hexenhut und Megavirus, rauchender Schwefelsäure und einem schlicht verzaubernden Personalrat. Dabei zeigte sich nicht zuletzt, wie hervorragend ein Kollegium auch trotz, oder vielmehr geradezu wegen der häufigen Abwesenheit des Schulleiters funktionieren konnte – freilich unter der unabdingbaren Voraussetzung eines durch ihn praktizierten Führungsstils, der nicht auf Überwachung, sondern vielmehr auf stetes Zuhören, auf Vertrauen und Zutrauen basierte, und vor allem eine weit über den andernorts mitunter erlebbaren Tellerrand hinausreichende kollegiale Wertschätzung für die motivierten Lehrerinnen und Lehrer „seiner“ Schule zum Ausdruck brachte.

Das letzte Wort gebührte ihm dann selbst, dem HPM, nach welchem das „RoKo“ an diesem Tag von seiner Schulfamilie kurzfristig und mit einem von Herzen kommenden Augenzwinkern umbenannt worden war. Mit der ihm von jeher eigenen Bescheidenheit erinnerte Meidinger zuerst an all die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne die eine Schule nicht Schule sein kann – und ein Schulleiter nicht Schulleiter. Sichtlich schwer fiel auch das Gedenken an jung verstorbene Mitarbeiter und Weggefährten, so dass die wichtigsten Stationen seines Lebenswerks als Schulleiter, als Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes sowie als Präsident des Deutschen Lehrerverbandes beinahe wie das Beiwerk eines Mannes anmuten wollten, der sich nicht scheute schmunzelnd einzugestehen, dass der „Herr Präsident“ zu Hause auch nur die Rolle eines „untergeordneten Familienmitgliedes“ innehabe und dadurch immer ungefragt mit reichlich Bodenhaftung versehen worden sei – einer Bodenhaftung, welche der Zuhörer nur bestätigen kann und die sich nicht nur als menschlich sympathisch, sondern auch in so viel anderer Hinsicht als segensreich erwiesen hat, sei es im Rahmen seines jahreslangen Kampfes für das nun wieder kommende G9, als Leiter einer Mittelstufe-Plus-Schule oder auch schlicht als ein den Idealen des Humanismus verpflichteter Vorgesetzter, der sich den „Chef“ niemals auf die Fahne geschrieben hat, sondern einfach einer war, und zwar mit allem was dazugehört. Und im Lehrerverband wird er das auch vorerst einmal bleiben. Papa ante portas? nein, so weit wollen wir es noch nicht kommen lassen!





 
 
 
 
 
Verfasser: Ernst Schütz,