ROKO. Mehr als Schule
50 Jahre ROKO

Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf, Konrad-Adenauer-Str. 6, 94469 Deggendorf, Tel.: 0991 - 991397 - 0, E-mail: Sekretariat@rokodeg.de

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Als Ersatz für den ausgefallenen "Tag der offenen Tür" 2020: Eine kurze Vorstellung des RoKo als Film bzw. als pdf .

»Mit Abstand« die Besten!

Abitur-Jahrgang 2020 schlägt alle Rekorde, digital wie real

Mit einem leichten Anflug von Perfektionismus – so bot sich die Aula des Robert-Koch-Gymnasiums dem Betrachter am gestrigen Freitag anlässlich der (nach wie vor feierlichen) Verleihung der Abiturzeugnisse an den Jahrgang 2020: zweiundvierzig fein sortierte Dreierreihen mit jeweils eineinhalb Meter Abstand zueinander, vorne weg sechs einzelne Stühle wie in Form eines rot lackierten Mehrfach-Präsentiertellers. Eine Mischung quasi aus makelloser Geometrie und gnadenloser Pedanterie, möchte man meinen, wären da nicht die sich fröhlich und nicht minder makellos von ihrem entweder klinisch-sterilen oder farbenfroh gestalteten Mund-Nasenschutz befreienden Gesichter der dazugehörigen Stuhlinhaber, die sich nach dem Einnehmen des ihnen jeweils zugedachten Plätzchens ganz unbeeindruckt am rechten Ort wähnten, um den metaphorischen Ziellauf einer achtjährigen Reise mitzuerleben, welche „mit Abstand“ (so viel Wortspiel muss sein!) zu den erinnerungswürdigsten der jüngeren Schulgeschichte zählen dürften.
Und auch ohne Corona gehören die Abiturientinnen und Abiturienten dieses Jahrgangs zu den mit Abstand Besten: Mit 2,12 haben sie den besten Abi-Schnitt geliefert, der in den 50 Jahren seines Bestehens am „RoKo“ geschafft wurde, und sie haben damit sogar deutlich den bayerischen Landesdurchschnitt von 2,25 geschlagen. Was Wunder also, dass 19 Absolventen heuer eine 1 vor dem Komma vorweisen können, allen voran Veronika Engl und Alicia Reitinger mit dem jeweiligen Traumdurchschnitt von 1,0. Zu den aufrichtigen Gratulanten zählten der Bundestagsabgeordnete Thomas Erndl, der auch ausdrückliche Grüße von Wissenschaftsminister Bernd Sibler MdL im Gepäck hatte, sowie der stellvertretende Landrat Roman Fischer, der Vorsitzende des Fördervereins des Robert-Koch-Gymnasiums Andreas Deiml und Johann Gerner für den Elternbeirat. Ganz besonders gratulierten auch Marco Schmidt, Hanna Käspeitzer und Carlos Santamaria von der SMV, die sich für dies an ihrer Schule mögliche Teilnahme am neunjährigen Gymnasium entschieden haben und die Stellung noch ein weiteres Jahr halten werden.
Schulleiter Heinz-Peter Meidinger griff die besonderen Umstände des letzten Halbjahres, die sich zwischen bislang unvorstellbaren Kategorien wie digitaler Beschulung oder auch einer Prüfungsverschiebung bewegten, im Rahmen seiner Abschlussrede mit einigen historischen Anspielungen auf, sei es der Untergang der Titanic 1912, der Erste Weltkrieg 1914–1918 oder auch die auf letzteren folgende „Spanische Grippe“, die in Europa allein 40 Millionen Menschleben gefordert hatte. Unvorstellbares war jeweils zur Realität geworden – und dennoch habe sich jedes Mal danach gezeigt, dass die Krise umso besser überwunden werden hatte (oder hätte) werden können, je höher der zur Verfügung stehende Bildungsgrad war. Langfristig habe die besondere Situation des Jahres 2020 für die nun ehemaligen krisengeprüften „Kochler“ vielleicht auch die eine oder andere positive Auswirkung, oder gar für das gesamt Schulsystem.
Die Sprecher des Abitur-Jahrgangs, Alexander Bauer, Leonhard Laschinger, Alicia Reitinger und Leonie Schiller, verlegten sich danach auf die ebenso rhetorisch glänzende wie den Appetit anregende Metapher des Bierbrauens, dessen Endprodukt nicht nur zum Kern echt bayerischer Lebensart, sondern auch zum gelegentlichen Bestandteil von Abiturfahrten und der Gemeinschaftspflege zu zählen sei. Vom Sammeln der Zutaten (nämlich der besten Schülerinnen und Schüler aus der Region) über den – verstärkt ab der 10. Klasse einsetzenden – Gärprozess bis hin zur Vorab-Verkostung im Rahmen der Abgabe der Seminararbeit sei es ein langer Prozess gewesen, dem nun der metaphorische Ausschank folge. Das Resultat: leicht prickelnd und hübsch anzuschauen, sehr bekömmlich, dazu mit einer leicht akademischen Note im Abgang.
Weil eine RoKo-Feier aber trotzdem nur eine echte RoKo-Feier ist, soweit sie musikalisch gestaltet wird, versüßte aus den Reihen der Abiturienten Benedikt Brunner den Anlass mit den Klängen seiner Geige – gekonnt, professionell und berührend wie immer. Beinahe wäre es allen Anwesenden zum Schluss der Veranstaltung gar nicht mehr aufgefallen, dass sie unter strikter Einhaltung eines Hygienekonzepts stattfinden hatte müssen. Und das ist ja wohl das größte Kompliment, das man in diesen Zeiten machen kann.

 
 
 
 
 
Verfasser: Ernst Schütz,