Herzlich willkommen am RoKo
Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf, Konrad-Adenauer-Str. 6, 94469 Deggendorf, Tel.: 0991 - 991397 - 0, email: Sekretariat@rokodeg.de

ROKO Fußball Mädchen IV 2. Platz im Regionalentscheid

Unsere jüngsten Nachwuchskickerinnen erzielten im Regionalentscheid einen beachtlichen zweiten Platz gegen die Mittelschule Ruhmannsfelden! Das Spiel wurde nur knapp mit 2:3 verloren.
Herzlichen Glückwunsch, weiter so!!!
Verfasser: Rogler,

Viel sehen für wenig Geld

Wie man mit wenigen Mitteln viel erreichen und eine große Hilfe sein kann, das zeigte G. Wilfling der Klasse 8a, 9a+ und 9b+ in einem anschaulichen Projekt namens „Ein Dollar Brille“. Wie der Name schon sagt, geht es in diesem Projekt darum, Menschen aus armen Ländern (z.B. Afrika, Lateinamerika) mit geringem organisatorischen und finanziellen Aufwand eine Brille an die Hand zu geben, die für die dort lebende Bevölkerung erschwinglich und äußerst hilfreich ist. Vom Sehtest bis zur Herstellung der Brille mit einer speziell entwickelten Biegemaschine, die weder Strom noch sonst eines technischen Aufwands bedarf, entstehen Brillen, die für die Menschen vor Ort deren Lebensgrundlage sichern oder aber ihnen ermöglichen, an Bildung teilzunehmen. Alles Dinge, die für uns selbstverständlich sind, aber für die Menschen dort einen enormen Gewinn darstellen. Die für die Herstellung benötigten Materialien, wie z.B. der Draht, der das Brillengestell bildet, oder die Gläser, können hier sehr günstig erworben werden, so dass die Fertigung einer Brille tatsächlich den Preis von einem Dollar nicht übersteigt. In den jeweiligen Ländern werden diese verarbeitet, nachdem sich die Bevölkerung einem einfachen und auf sie zugeschnittenen Sehtest unterzogen hat. Anschließend werden die Brillen an den jeweiligen Träger angepasst und von Einheimischen, die sich einer mehrmonatigen Ausbildung an einer Biegemaschine unterzogen haben, gefertigt, so dass jeder, der eine Brille benötigt, sein eigenes, speziell auf ihn zugeschnittenes Modell zu einem erschwinglichen Preis erhält. Dass das ganze Herstellungsverfahren tatsächlich nur eine Zeitspanne von 30-40 Minuten benötigt, demonstrierte G. Wilfling eindrucksvoll, indem er einem der Schüler an besagter Biegemaschine eine tatsächlich modische und noch dazu „unkaputtbare“ Brille fertigte.
Herstellung der Brille an der Biegemaschine
Verfasser: Susanne Schedlmeier,

Schule oder Uni? Beides!

Am Dienstag bekamen circa 35 Frühstudenten der TH Deggendorf in einem feierlichen Rahmen ihre Teilnahmezertifikate. Professor Berg würdigte in seiner Ansprache die Schüler, die es auf sich genommen haben, neben den normalen Anforderungen des Gymnasiums auch noch einen Kurs an der Universität zu belegen.
Auch am Robert-Koch Gymnasium nehmen regelmäßig Schüler die Gelegenheit war, Wissen zu erwerben, welches über den Unterricht an der Schule hinausgeht.
So war Leonie Gerner in diesem Semester schon ein „alter Hase“, da sie zum 2. Mal einen Kurs belegte. Nach „Astronomie und Astrophysik“ im letzten Semester beschäftigte sie sich dieses Jahr mit „Darstellender Geometrie und Freihandzeichnen“. Jonas Friebe wollte mehr über die „Grundlagen der Softwareentwicklung“ wissen. Für Stefan Kaufmann durften es sogar 2 Kurse sein, so arbeitete er sich in „Astronomie und Astrophysik“ ein, gleichzeitig belegte er auch noch im Fachbereich Mathematik einen Kurs zu „statistischen und mathematischen Anwendungen“.
Die Schulleitung des Robert-Koch-Gymnasium und ihre Betreuerin OStRin Claudia Leutschafft sind sehr stolz auf ihre 3 Koch’ler, die sich den Stress angetan haben, neben den Anforderungen des normalen Unterrichts noch einen weiteren Nachmittag pro Woche freiwillig an der THD zu lernen.

Foto vor weißer Wand von links: Stellvertretender Schulleiter Dr. Wolfgang Holzer, Mentorin Claudia Leutschafft, Jonas Friebe, Stefan Kaufmann, Leonie Gerner

Foto auf Treppe von links: Mentorin Claudia Leutschafft, Leonie Gerner, Stefan Kaufmann, Jonas Friebe, Stellvertretender Schulleiter Dr. Wolfgang Holzer
Foto vor weißer Wand von links: Stellvertretender Schulleiter Dr. Wolfgang Holzer, Mentorin Claudia Leutschafft, Jonas Friebe, Stefan Kaufmann, Leonie Gerner
Foto auf Treppe von links: Mentorin Claudia Leutschafft, Leonie Gerner, Stefan Kaufmann, Jonas Friebe, Stellvertretender Schulleiter Dr. Wolfgang Holzer
Verfasser: Claudia Leutschafft, 10.03.2019

Wenn der Berg zu Moses kommt

Kinder- und Jugendbuchautor Harald Parigger zu Gast am „RoKo“

Haben Sie schon einmal Ihre Kinder gefragt, was sie zur Zeit „lesen“? Nein, werden Sie ihnen da oftmals auf Nachfrage entgegnen müssen: Liedtexte und What’sApp-Nachrichten von Freund oder Freundin zählen nicht als Lektüre! So verantwortungsbewusst, einfühlsam und vorwärtsgewandt wir unseren Nachwuchs auch einschätzen mögen (und dies natürlich auch zurecht!), so gering scheint in unseren Tagen das Bedürfnis ausgeprägt zu sein, sich in mehrseitige Schmöker zu vertiefen, die Zeit um sich herum zu vergessen und in eine analog gestaltete Welt einzutauchen, die so ganz und gar ohne You Tube, Fortnite und all den anderen Produkten der Unterhaltungs- und Kommunikationsindustrie auskommen muss. Manch einer von uns – Hand auf’s Herz! – mag sich dabei glatt an die Debatten aus der eigenen Jugend erinnert fühlen, als uns von unseren damals treusorgenden Eltern der Vorwurf eines übermäßigen Fernsehkonsums beinahe verzweifelt unter die Nase gerieben wurde. Wie konnte da überhaupt etwas aus uns werden?

Nun ja, vielleicht sollte man die Kirche doch besser im Dorf lassen, nicht allzu zu streng sein – oder alternativ den Schülerinnen und Schülern des Robert-Koch-Gymnasiums ein wenig über die Schultern schauen, wie sie nicht nur ihre Klassenlektüre lesen, sondern sogar gleich nach mehr verlangen. Und mehr sollten sie auch bekommen: Nach der Lektüre von Harald Pariggers „Im Schatten des schwarzen Todes“ präsentierte die Klasse 7d ihrer Lehrerin StRin Veronika Bahle nämlich die Frage, ob man nicht mit dem Autor persönlich ins Gespräch kommen könne. Parigger folgte willig ihrem Ruf nach Deggendorf. Und wenn schon ein „echter“ Autor das RoKo besucht, dann muss das zelebriert werden: ein Bücherverkauf ausgewählter Werke von Harald Parigger, mitorganisiert von Bücher Pustet Deggendorf, bildete den Rahmen seines Besuches.

Eingedeckt mit Büchern zum Signieren lauschten Schüler von der 5. bis zur 7. Jahrgangsstufe einer Lesung aus seinem neuesten Werk „Galgenstrick“. Spannend und ausdrucksstark las er einen Auszug daraus vor, gespickt mit Erklärungen zur mittelalterlichen Thematik. Diese bot im Anschluss daran den Raum für Fragen über das Autorendasein und seiner Expertise, was das Mittelalter betrifft. Bereitwillig und keine Frage scheuend, versuchte Herr Parigger die Neugierde der Schüler zu befriedigen – angefangen mit der Frage, wieviel man als Autor an einem verkauften Buch verdiene, woher er seine Ideen für seine bisher über 40 geschriebenen Bücher nehme, die Gründe für seine Vorliebe für das Mittelalter, bis hin zur Analyse, ob er denn in Form von experimenteller Archäologie seine Erkenntnisse über jene Zeit erweiterte.

Geduldig beantwortete der Gast die vielen Fragen und signierte die Bücher der Schüler. Da Herr Parigger bis vor Kurzem Leiter der bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit war, nutzte auch die Fachschaft Geschichte und Sozialkunde die Gelegenheit und organisierte mit Schülern der 10. Jahrgangsstufe abschließend eine Diskussion zum Demokratieverständnis auf Grundlage einer kurzen Lesung über den Freiheitskämpfer Robert Blum, einen Abgeordneten der Frankfurter Paulskirche, in der die erste gesamtdeutsche Verfassung erarbeitet worden war. Blum büßte seinen revolutionären Einsatz mit seinem Leben: Am 9. November 1848 wurde er in Wien standesrechtlich erschossen. Schwere Kost also – aber gerade deshalb so gewinnbringend. Viel zu kurz wurde die Zeit, als der Unterrichtsschluss nahte. Und was kann man mehr erwarten?


Verfasser: Ernst Schütz,

Finis coronat opus – Das Ende krönt das Werk

StD Ludwig Schweigert verlässt nach über 17 Jahren das Robert-Koch-Gymnasium

„Glücklich kann sich jener schätzen, der fern den Geschäften ist“, twitterte um 30 v.Chr. der berühmte römische Dichter des augusteischen Zeitalters, Quintus Horatius Flaccus, im klassischen Analogstil in die Welt hinaus und schuf sich damit ein poetisches Denkmal in den Herzen all jener, die sich seither den Mühen und den Freuden einer humanistischen Erziehung unterziehen durften. Und weil es unter echten Poeten eben keine „Fake News“ oder „Alternative Fakten“ gibt, sondern nur die allseits geschätzte Hyperbel (also die Übertreibung als künstlerisches Stilmittel), hat es Horaz während der vergangenen 2.000 Jahre auch niemand verübelt, dass er damit wohl eher ein träumerisches Ideal beschrieb als einen faktischen Zustand – eine Tatsache, die auch dem Lehrerkollegium des Robert-Koch-Gymnasiums einmal mehr deutlich vor Augen geführt wurde, als ihr Latein- und Sportkollege StD Ludwig Schweigert am vergangenen Freitag dem bereits seit Jahren drohenden Ruhestand demütig seine Waffen vor die Füße warf. Zu gern hatte er seine Schülerinnen und Schüler in jener Sprache unterrichtet, die seit über 20 Jahrhunderten unseren Kontinent und unsere Kultur so nachhaltig mitgeprägt hat, und zu gern hatte er sie in den Künsten der körperlichen Ertüchtigung unterwiesen, als dass er sich nun einfach freudig von diesem Lebensabschnitt verabschieden hätte können.

Im Rahmen einer dennoch unvermeidlichen Feierstunde standen ihm seine Kampfgefährten aus allen Fachschaften (zusammengenommen eine gefühlte Kohorte) mitsamt Schulleitung zur Seite, um Resümee zu ziehen und zurückzublicken auf eine Ära, die man am „RoKo“ getrost mit seinem Namen versehen könnte – leitet sich doch die Bezeichnung „Ära“ ab von „aes“, der lateinischen Vokabel für „Kupfergeld“, und meint damit im eigentlichen Wortsinn die Zeitdauer einer Währung; es war also wohl nicht ganz zufällig ein und dasselbe Jahr 2001, als sowohl der Euro als auch Ludwig Schweigert am Robert-Koch-Gymnasium ihren Einzug hielten. Zwei recht unterschiedliche Ereignisse, möchte man meinen, doch manchmal liegt es eben in der Natur der Dinge, dass erst in der Verbindung vermeintlicher Gegensätze der Erfolg zu suchen ist – so auch in der Tätigkeit von Herrn Schweigert: Die Schülerinnen und Schüler für Latein als „klassisches Lernfach“ zu begeistern und ihnen stets wohlwollend zu begegnen, dabei aber gleichzeitig auf fachlicher Qualität und gerechter Benotung zu beharren, das war es, was den Kollegen Schweigert Zeit seines Schaffens hervorhob und auszeichnete. Wie ein echter „Triarier“, so Schulleiter Heinz-Peter Meidinger, bildete er den verlässlichen letzten Schutzwall in der Schlachtordnung der Robert-Koch-Legionäre und verhalf damit den ihm anvertrauten Jugendlichen ebenso wie dem Ansehen seines Faches immer wieder zum (manchmal auch unverhofften) Sieg.

Nach mehreren bewegenden Abschiedsreden der Schulleitung, des Personalrats und der Fachschaften Latein und Sport blieb letztlich die Hoffnung im Raume stehen, dass der nunmehr pensionierte Kollege sein neues Leben nicht minder kraft- und sinnvoll angehen wolle als seine bisherige Tätigkeit, und dass vor allem das Robert-Koch-Gymnasium noch lange von seinem Vorbild zehren könne. Die Schlachtordnung bleibt deshalb unverrückt, die Nachfolge ist bestellt, der Kurs gesetzt!

 
 
 
 
 
Verfasser: Ernst Schütz, 15.Februar 2019