Tiergestützte Pädagogik am Robert-Koch-Gymnasium – Schulhund im Einsatz!
In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Schulhunde längst keine Seltenheit mehr, sondern ein bewährter Bestandteil pädagogischer Konzepte, die auf die individuelle Förderung von Kindern setzen.
Seit 2023 bereichert die Schulhündin Zimt im Tandem mit StDin Julia Baumann das Schulleben. Zimt ist mehr als nur ein Haustier; sie ist inzwischen ein aktives Mitglied der Schulgemeinschaft und hat es sich zur Aufgabe gemacht, unseren gemeinsamen Weg durch den Schulalltag ein wenig schöner, entspannter und „menschlicher“ zu gestalten.
Schulhündin Zimt stellt sich vor!
Hey, ich bin Zimt! Zimt ist meine Fellfarbe und deshalb heiße ich so, seit mich Frau Baumann adoptiert hat. Manchmal nennt sie mich auch „feeeiines Mäuschen“. Dabei bin ich doch gar keine Maus! Oder Zimtsternchen – meine Augen leuchten nämlich manchmal so gelb wie kleine Sterne! Das gefällt mir besser. Eigentlich komme ich aus Ungarn und bin eine aufgeweckte Terrier-Dingo-Mix-Dame. Mein Frauchen sagt, dass ich deswegen so quirlig-lebendig, neugierig -….und manchmal auch ein wenig eigensinnig bin. Ich mag nicht nur Hunde, sondern auch Menschen, weswegen sich mein Frauchen entschieden hat, mich mit in die Schule zu nehmen. Die erforderliche Schulhunde-Ausbildung haben wir als Team erfolgreich durchlaufen, so dass ich sie seit 2023 regelmäßig in den Unterricht begleiten darf.
So fühlt sich jeder wohl! – Richtlinien für den Schulhundeinsatz
Als Schulhund wird der gesundheitliche Zustand von Zimt von einem Tierarzt regelmäßig untersucht. Sie ist geimpft und besucht die Schule nur, wenn sie fit ist. Sie hält sich nur dort auf, wo Hygienestandards nicht beeinträchtigt werden. Die Kantine und andere Essbereiche sind für sie tabu. Die Interaktion zwischen Mensch und Tier erfolgt in den Gängen, im Klassenzimmer oder auf dem Pausenhof auf rein freiwilliger Basis. Das gilt sowohl für Mensch wie Tier.
Für ein gelingendes Miteinander im Schulalltag sollten folgende Regeln im Umgang mit dem Vierbeiner beachtet werden:
1. Ruhig und achtsam sein
- Wir nähern uns immer ruhig von der Seite und bedrängen den Hund nicht.
- Wir sprechen in normaler Lautstärke.
- Wir rufen seinen Namen nur, wenn es wirklich nötig ist.
2. Respektvoller Kontakt
- Wir fragen um Erlaubnis, bevor wir den Hund streicheln.
- Der Hund darf zuerst an unserer Hand schnuppern und dann kraulen wir ihn am Hals oder an der Seite.
3. Rücksicht nehmen
Wir schenken ihm Aufmerksamkeit und respektieren ihn als fühlendes Lebewesen. Das heißt:
- Wir machen ihm Platz, vor allem in den Gängen.
- Ein direkter Blick in die Augen erzeugt Unsicherheit, ein seitlicher Blick fördert Vertrauen.
4. Futterverbot
- Wir geben dem Hund kein eigenes Essen.
- Wir fragen um Erlaubnis, ob wir dem Hund ein Leckerli geben dürfen.
Warum Schulhunde? – Pädagogischer Mehrwert
Ein Hund beeinflusst durch seine bloße Anwesenheit die Klassenatmosphäre. Er ist ein Partner, der nicht bewertet. Daraus können sich positive Rückkopplungen ergeben.
Soziale Integration und Gemeinschaft
Hunde fördern die soziale Eingliederung und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Die Anwesenheit eines Hundes trägt zu einem freundlicheren und positiveren sozialen Klima bei. Schülerinnen und Schüler nehmen einander offener wahr und entwickeln mehr gegenseitige Rücksichtnahme.
Emotionale Unterstützung und Stressabbau
Zudem kann ihre Anwesenheit den Jugendlichen helfen, ihre Prüfungsangst zu überwinden. Die soziale Interaktion mit dem Tier entspannt und fördert Selbstvertrauen.
Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen
Der Kontakt mit dem Schulhund unterstützt Schüler und Schülerinnen beim Erlernen von Empathie, Geduld, Verantwortungsbewusstsein und Impulskontrolle. Dies sind wichtige Fähigkeiten für ein respektvolles Miteinander und späteres gesellschaftliches Leben.
Lernmotivation und Aufmerksamkeit
Schüler und Schülerinnen arbeiten konzentrierter und engagierter, wenn ein Hund als beruhigende, motivierende Präsenz im Raum ist. Die Aufmerksamkeit steigt, und Lernprozesse werden positiv beeinflusst.
Am Gymnasium ist es schwieriger als an der Grundschule, für Schulhunde einen pädagogisch sinnvollen Ort zu finden. Noch auf der Suche sind wir gleichwohl zuversichtlich, dass Zimt sich schon jetzt einen festen Platz inmitten der Schulfamilie gesichert hat. Denn bei allen pädagogischen Überlegungen gilt in erster Linie eins: Ein Hund ist des Menschen treuer Freund!
Quellenverzeichnis:
Text:
https://wooff.education/, aufgerufen am 13.5.2026
https://www.acs.gr/programs_innovation_dogs_in_learning/, aufgerufen am 13.5.2026
Bilder: Julia Baumann