Nach monatelanger Theorie im Bereich der Molekulargenetik folgte für die Schülerinnen und Schüler des Leistungsfaches Biologie der Q12 mit ihrer Kursleiterin Monika Trum nun die Umsetzung in der Praxis. Auf Einladung von Frau Prof. Dr. Melanie Kappelmann-Fenzl und Dr. Stefan Fischer verbrachten die jungen Wissenschaftler einen Tag im Labor der Technischen Hochschule Deggendorf.
Unter dem Motto „Puzzeln mit dem Code des Lebens“ erhielten die Schüler die Aufgabe aus eingefrorenen, bis zu 60 Jahre alten, Melanom-Zellen des menschlichen schwarzen Hautkrebses reine Ribonukleinsäure zu isolieren. Unterstützt wurden sie dabei von der Mitarbeiterin Sabrina Auer. Um sämtliche störende Zellbestandteile, wie Proteine, Fette und auch DNA, zu entfernen mussten einige Arbeitsschritte durchgeführt werden. Nach einer kurzen Übungsphase mit den präzisen Eppendorf-Pipetten versetzte man das Zell-Pellet mit Lyse Puffer und zentrifugierte ab. Nach Zugabe von Ethanol, erneutem Zentrifugieren, Versetzen mit dem Enzym DNase und einigen Waschvorgängen folgte am Schluss die Elution der RNA. Ob die Schülergruppe sauber gearbeitet hatte, überprüfte Dr. Fischer mittels Photospektrometrie.
Nach der Mittagspause in der Mensa stand dann im Computerraum die biomedizinische Datenanalyse im Mittelpunkt. Dabei ging es um die Sequenzierung der isolierten RNA und damit indirekt die Entschlüsselung der Sequenz des Genoms, das für die Krebsentstehung verantwortlich ist. Automatisierungsprozesse durch Verfassen von Skripten für den Computer erleichtern diesen Puzzlevorgang. Mithilfe der Bioinformatik können so tausende Gene gleichzeitig analysiert werden. Die Schüler durften dann mit bestimmten Programmen Krebs Gene mit gesunden Genen vergleichen und die Parameter für eine Datenanalyse auswerten.
So erhielt man einen spannenden Einblick in die moderne biomedizinische Forschung. Das Praktikum war eine Bereicherung für den naturwissenschaftlichen Unterricht und trug zum Verständnis der theoretischen Grundlagen der Molekulargenetik bei. Das Schnuppern von Laborluft bereitete den Schülerinnen und Schülern des Leistungsfaches sichtlich Freude und der ein oder andere könnte sich ein Studium im Bereich Biologie sehr gut vorstellen.
