Namaste India – 10 Tage, 5 Staaten und eine Woche an der Vibgyor High Austausch mit Indien 2026 (26.03.-10./14.4.2026)
Mit 20 Schülern aus den Jahrgangsstufen 9 und 10 geht es wieder nach Indien, in das Land der Superlative, das allem die Krone aufsetzt und jedem Fass den Boden ausschlägt: Farben, Gerüche, Temperaturen, Geschmäcker, Geräusche… so mannigfach und übertrieben in Bezug auf alles, was deutscher Kultur vertraut ist. Reichtum und große Armut auf engstem Raum im Land der bald 1,5 Milliarden Menschen, in Indien, das weltweit den 4. Platz der G20 Volkswirtschaften belegt. Welche Voraussetzungen man für diese Reise braucht? Du magst Abenteuer, bist neugierig, unkompliziert und geht´s gerne in indische Restaurants? Los geht´s.
Kulturreise 26.März.-04.April 2026
Von München aus starten wir zu unserer Kulturreise nach Indien und landen gegen Mitternacht in Neu Dehli, wo wir von Krishna Purjari und seinem Team in Empfang genommen wurden. Die Agentur Reality Tours and Travel hat sich erneut ins Zeug gelegt: neben den typischen orangenen Blumenketten, war unser Bus mit einem gemeinsamen Logo beschriftet, das die Verbundenheit zwischen den Ländern und Personen deutlich hervorhebt. Wir Kolleginnen haben uns unglaublich gefreut und unsere Schülergruppe staunt das erste Mal darüber, dass man uns kennt und tatsächlich als Freunde begrüßte. Krishna hatte weitere Betreuer für unsere Gruppe dabei und zusätzlich Kartik, den Photographen und Trishna, seine Tochter. Der Betreuungsschlüssel für unsere Schülerinnen und Schüler war enorm.
Neu Dehli
In Neu Dehli besuchen wir das Sanjay Colony Slum, das mit einer Population von 30 000 Menschen fast so groß wie Deggendorf ist. Hier bekommen wir Einblicke in Arbeits- und Lebensbedingungen und sehen, trotz schwieriger Umstände, eine starke Gemeinschaft und positive Energie. Auf dieser Reise haben wir das große Glück, dass uns Dr. Wiebke Endres begleitet, die Gründerin des Vereins „Lehrer ohne Grenzen“ e.V., die sich mit uns über die wohltätige Arbeit von Reality Tours informiert und diese in Zukunft unterstützen wird. Die ROKO Schülergruppe war auf diese Weise Teil internationaler Netzwerkarbeit im Kontext der weltweiten Nachhaltigkeitsziele, hier SDG 4 High Education. In Neu Dehli besuchen wir natürlich auch typische Sehenswürdigkeiten: India Gate, Gurudwara Bangla Sahib, Agrasen ki Baoli, Open-Air-Wäscherei und die Märkte von Old Delhi.
Agra
Taj Mahal, der Inbegriff für sichtbar gemachte Liebe, über den Tod hinaus Um dieses Weltwunder zu sehen, machen wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Agra und besuchen auf der Strecke eine weitere Schule, die von Reality Tours durch Lehrerstunden und Hardware gefördert wird. Die indischen Schüler zeigen uns ihre Klassenzimmer und wollen immer wieder Fotos mit uns machen, so aufgeregt sind sie über unseren Besuch. Sie erzählen uns von ihren Berufswünschen, wollen Ärztinnen und Polizisten werden. Schulbildung ist unbedingt nötig. Das berühmte Grabmal, Taj Mahal, besuchen wir am nächsten Morgen pünktlich zum Sonnenaufgang und stilecht gekleidet. Krishna hat einen Shop gefunden, der uns Sarees ausleiht.
Jaipur, Pink City
In Jaipur angekommen, suchen wir das Pink im Stadtbild und finden lediglich einen Ockerton, in dem die Fassaden gestrichen sind. Pinkpantherpink ist Fehlanzeige. Dafür überwältigt uns der Amber Fort Palace. Weit außerhalb der Stadt thront der Palast des ehemaligen Maharajas von Jaipur über der Szenerie; durch die Sandsteine perfekt in die karge Landschaft eingebaut, hoch oben auf einer Hügelkette. Den Weg hinauf geht es in Serpentinen, vorbei an Elefanten als Reittieren. Eine Stimmung und ein Anblick wie im Märchen.
Goa
Anschließend fliegen wir nach Goa und verbringen eineinhalb Tage in diesem Eldorado für Hippies, Backpacker und erholungssuchende Inder. Hier schmeißen wir unsere Pläne über den Haufen, verlängern Strandaufenthalte und setzen den Spaß im Wasser gemeinsam im Hotelpool fort. Die Gruppe ist zusammengewachsen, ein Gefühl von Urlaub stellt sich einen kurzen Moment ein.
Heranjalu
Unsere Reise geht mit dem Bus weiter nach Südindien. Wir besuchen den Murdeshwar Shiva Tempel mit der drittgrößten Shiva-Statue weltweit. Typischerweise liegt vor dem Eingang des Tempels Nandi, der Bulle, Shivas Lieblingstier. Im Inneren des Tempels sind Szenen aus hinduistischer Mythologie dargestellt, die uns Krishna zum Leben erweckt. Hier erfahren wir, dass Shiva impulsiv ist und seinem Sohn versehentlich den Kopf abschlug. Untröstlich über diese Missetat, hilft er sich, wie nur einem Gott möglich, er nimmt einen Elefantenkopf und setzt ihn dem Torso auf. Es kommt zur zweiten Geburt Ganeshas, des elefantenköpfigen indischen Gottes.
Das Dorf Heranjalu ist der Herkunftsort unseres Reiseführers, in dem er sich immer noch aktiv am Dorfleben beteiligt und weiter sein großes Anliegen verfolgt, die Lebenssituation der Kinder und Menschen durch Bildung zu verbessern. Wie können uns an einer Bushaltestelle nützlich machen: einzäunen, bepflanzen und streichen. Mit den Dorfkindern sammeln wir Müll vom Straßenrand. Nach 10 Tagen und einer Reise durch fünf indische Staaten geht es am Abend mit dem Nachtzug endlich nach Bangaluru.
Vibgyor Marathahalli High School und Aufenthalt in den Gastfamilien.
Unsere Schüler wundern sich mittlerweile nicht mehr über die Umarmungen und das große Hallo, das uns auch hier wieder entgegenschlägt wird. Man freut sich auf uns und hat keine Hemmungen diese große Wiedersehensfreude auszudrücken. Hier werden wir von drei älteren Schülern zur Begrüßung wie in einem Tempel gesegnet und gesalbt. Bald geht es in die Gastfamilien, die mit großem Besichtigungsprogramm und äußerst großzügigem Unterhaltungsprogramm auffahren, um die deutschen Gastkinder zu verwöhnen.
Schulbesuch Zur feierlichen Begrüßung singen uns die indischen Schüler „Das Wandern ist des Müllers Lust“, treten in Tanzgruppen auf (traditioneller Bauchtanz bis moderner Streetdance) und haben ein kurzes Theaterstück einstudiert, das eine Reise durch Indien zeigt, die unserer sehr ähnlich ist… In der Schule gibt es ein gemischtes Programm für uns: gemeinsame Aktionen mit den Austauschpartnern im Sportunterricht, Rangoli gestalten mit echten Blütenblättern und Teilnahme mit den indischen Gastgeschwistern an deren regulärem Unterricht. Kurz bevor sich der Abschiedsschmerz ausbreiten kann, kommt die Nachricht, dass unser Flug wegen des Streiks der Flugbeleiter der Lufthansa gestrichen wurde und wir den Aufenthalt bis Sonntag, 14.04.2026 gezwungenermaßen verlängern dürfen. Die Umstände, die wir durch unser Längerbleiben den Familien bereiten, können nirgendwo auf der Welt so herzlich auf sich genommen werden, wie in Indien. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft sind hier keine Phrasen.
Auch die schönste Zeit geht mal zu Ende und wie durch ein magisches Tor sind wir aus dem Bus in Deggendorf ausgestiegen und in unsere Leben zurückgekehrt. War das ein Traum? Haben wir das alles wirklich erlebt? ROKO. Mehr als Schule – Namaste India.
Sonja Würf und Veronika Weinberger
Namaste India – 10 Days, 5 States and One Week at Vibgyor High
Exchange with India 2026 (March 26 – April 10/14, 2026)
With 20 students from grades 9 and 10, we once again set off for India – a land of superlatives that outdoes everything: colours, smells, temperatures, tastes, sounds… all so diverse and intense compared to what we are used to in German culture. Wealth and great poverty exist side by side in a country of soon 1.5 billion people, India, which ranks 4th among the G20 economies worldwide.
What do you need for such a journey? A love for adventure, curiosity, flexibility – and perhaps a fondness for Indian kitchen. Let’s go.
Cultural Trip – March 26 to April 4, 2026
We depart from Munich for our cultural journey to India and land in New Delhi around midnight, where we are warmly welcomed by Krishna Pujari and his team. The agency Reality Tours and Travel has once again gone above and beyond: in addition to the traditional orange flower garlands, our bus is decorated with a shared logo symbolising the connection between countries and people.
We teachers are overwhelmed with joy, and for the first time our students realise that we are truly expected – and welcomed as friends. Krishna has brought additional staff to support our group, including Kartik, the photographer, and Trishna, his daughter. The level of care for our students is remarkable.
New Delhi
In New Delhi, we visit the Sanjay Colony slum, home to around 30,000 people – almost the size of Deggendorf.Here, we gain insight into working and living conditions and, despite the challenges, experience a strong sense of community and positive energy. We are especially fortunate that Dr Wiebke Endres, founder of the organisation Teachers Without Borders Germany, is travelling with us. She learns about the charitable work of Reality Tours alongside us and will support it in the future. In this way, the ROKO student group becomes part of an international network working towards global sustainability goals, particularly SDG 4: Quality Education.
Of course, we also visit iconic sights in New Delhi:India Gate, Gurudwara Bangla Sahib, Agrasen ki Baoli, the open-air laundry, and the markets of Old Delhi.
Agra
Taj Mahal – the visible embodiment of love beyond death To see this world wonder, we travel by bus to Agra. On the way, we visit another school supported by Reality Tours through teaching staff and equipment. The Indian students proudly show us their classrooms and are eager to take photos with us – so excited are they about our visit. They tell us about their dreams of becoming doctors or police officers. Education is essential.We visit the Taj Mahal early the next morning at sunrise – dressed in style. Krishna has found a shop where we can rent sarees for the occasion.
Jaipur – The Pink City
Arriving in Jaipur, we look for the famous “pink” in the cityscape – and instead find a warm terracotta tone. Bright pink is nowhere to be seen. What truly amazes us, however, is the Amber Fort Palace. Located outside the city, the former Maharaja’s palace rises high above the landscape, perfectly integrated into the barren hills with its sandstone architecture. A footpath snakes uphill, past elephants used for riding. An atmosphere like a fairy tale.
Goa
In Goa we spent one and a half days in this paradise for hippies, backpackers, and holiday-seeking Indians. Here, we abandon our plans, extend our time at the beach, and enjoy the water together in the hotel pool. The group has grown closer, and for a brief moment, a true holiday feeling sets in.
Heranjalu
Our journey continues by bus to southern India. We visit the Murdeshwar Shiva Temple, home to the third-largest Shiva statue in the world. As is typical, Nandi, the bull and Shiva’s beloved companion, sits in front of the temple entrance. Inside, scenes from Hindu mythology are depicted, brought vividly to life by Krishna. We learn that Shiva, in a moment of impulsiveness, accidentally beheaded his own son. Filled with regret, he solved the situation in a way only a god could – by placing an elephant’s head onto the body. Thus, Ganesha, the elephant-headed god, was born again.
The village of Heranjalu is the hometown of our guide, who remains actively involved in community life and continues his mission to improve living conditions through education. We are able to contribute ourselves: we help to fence, plant, and paint a bus stop, and together with the village children, we collect litter along the roadside.
After 10 days and a journey through five Indian states, we finally board a night train to Bangalore in the evening.
Vibgyor Marathahalli High School and Stay with Host Families
By now, our students are no longer surprised by the warm embraces and enthusiastic welcome we receive here as well. We are genuinely expected, and the joy of reunion is expressed openly and wholeheartedly. Three senior students welcome us with a blessing, marking our foreheads as in a temple ritual. Soon, we are taken to our host families, who organise extensive sightseeing programmes and incredibly generous activities to make the German students feel at home.
School Visit At the official welcome ceremony, the Indian students sing the German song “Das Wandern ist des Müllers Lust”, perform dances ranging from traditional to modern street dance, and present a short play depicting a journey through India – strikingly similar to our own. At school, we experience a varied programme: joint sports activities with our exchange partners, creating rangoli with real flower petals, and attending regular classes alongside our Indian host siblings. Just as the first feelings of farewell begin to arise, we receive unexpected news: our flight has been cancelled due to a Lufthansa cabin crew strike. We are required to extend our stay until Sunday, April 14, 2026. The additional effort this causes for our host families is embraced with a warmth that can hardly be found anywhere else in the world. In India, hospitality and helpfulness are not just words – they are truly lived values.
Even the most beautiful time must come to an end. And as if passing through a magical gate, we step out of the bus in Deggendorf and return to our everyday lives. Was it a dream? Did we really experience all of this?
ROKO – More than school. Namaste India.
