„Leben mit der größtmöglichen Freiheit gestalten, ohne dabei Geschichte und Verantwortung zu vergessen“

Verleihung der Reifezeugnisse an den ersten neuen G9-Abiturjahrgang 2026 am Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf

Bei sommerlichen Höchsttemperaturen war es für die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten des Robert-Koch-Gymnasiums am Freitag, den 26. Juni 2026 soweit: Begleitet von Familien,  Lehrkräften, Freunden und weiteren Weggefährten sowie von Vertretern aus Politik, Elternbeirat, Förderverein und SMV erhielten die Schülerinnen und Schüler in einem feierlichen Festakt endlich ihre wohlverdienten Abiturzeugnisse.

Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete um 14.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin, an den sich ab 16.00 Uhr die Entlassfeier im festlich geschmückten Foyer des Robert-Koch-Gymnasiums anschloss.  Die Big Band unter Leitung von OStRin Margit Kink stimmte die Gäste dabei schwungvoll mit dem Stück „Tank!“ von Yoko Kanno auf die kommenden zwei Stunden ein. Der Stellvertretender Schulleiter StD Klaus Habermeier begrüßte die Anwesenden sowie die Ehrengäste, darunter Landrat Bernd Sibler, den Stellvertretenden Schulleiter der Wirtschaftsschule OStR Martin Wenninger, Prof. Detlef Brumbi als Vorsitzenden des Elternbeirats, Fördervereinsvorsitzenden Alfred Pöhn und Elias Sagerer (Förderverein) sowie den ehemaligen Schulleiter des Robert-Koch-Gymnasiums OStD a.D. Hans-Peter Meidinger. Zudem hob er den lobenswerten Abiturschnitt des Jahrgangs von 2,14 hervor und freute sich besonders, dass alle 86 Abiturientinnen und Abiturienten das Abitur erfolgreich bestanden haben.

Es folgten Begrüßungsgespräche der Abiturientinnen Maja Schießl und Veronika Weber mit Bernd Sibler, Prof. Detlef Brumbi, Alfred Pöhn und den Schülersprechern Laura Aichinger, Nico Gillner und Hannes Schwarzkopf. In insgesamt zwei Fragerunden interviewten die beiden Schülerinnen zunächst Landrat Bernd Sibler als Vertreter des Landkreises und Sachaufwandsträger und bedankten sich für dessen Unterstützung. Auf die Frage, was für Sibler eine gute Schulfamilie ausmache, betonte er die Wichtigkeit eines guten Gebäudes, engagierter Lehrkräfte, der Zusammenarbeit der ganzen Schulfamilie inklusive Eltern, Sekretariat und Hausmeister sowie eines respektvollen Umgangs der Schülerinnen und Schülern miteinander. Sibler hob zudem hervor, dass die Schule das Lernen Lernen vermittle und die Resilienz stärke, auch mit unangenehmen Situationen umzugehen. In einer zweiten Fragerunde mit Prof. Detlef Brumbi und Alfred Pöhn erfuhren die anwesenden Gäste, wie man als ehemaliger Schüler durch eine Mitgliedschaft im Förderverein weiterhin mit der Schule verbunden sein könne und der Elternbeirat sich über die Anwesenheit der Ehemaligen am Schulfest freue. Die amtierenden Schülersprecher Nico Gillner, Laura Aichinger und Hannes Schwarzkopf dankten im Anschluss dem Jahrgang im Namen der SMV für das große Engagement bei der Mitgestaltung des Schullebens, sei es in der SMV, der Technik, der Musik und vielen weiteren Bereichen. Schule sei eben mehr als Unterricht allein.

Schwungvoll leitete die Big Band mit der Sängerin Amelie Kastl mit dem Stück „This is me“ zu Worten der Abiturientensprecher Moritz Bomhard, Eva Trum, Katharina Kroiss und Miray Zankl über. In ihrer Abiturrede ließen sie die letzten zwei Jahre mit einem Augenzwinkern Revue passieren, plauderten über die Diskussionsfreudigkeit des Jahrgangs, wenn es um Dekoration, Motto oder die Gestaltung der Abi-T-Shirts ging, und betonten, wie stolz sie darauf seien, dass alle das Abitur bestanden hätten.

Sie bedankten sich stellvertretend für ihren Jahrgang bei der gesamten Schulfamilie, insbesondere bei ihrer Oberstufenkoordinatorin StDin Julia Lahoda als Wegbegleiterin und „persönliche Wunscherfüllerin“.

Bevor Schulleiter OStD Heribert Strunz das Wort ergriff, zauberte die Big Band mit „Bella Napoli“ sommerliche Klänge ins Foyer. Strunz, selbst Vater einer diesjährigen Abiturientin in Zwiesel, gab in seiner Rede den Anwesenden in Kürze die Eckpfeiler seines Denkens mit auf den Weg: „Freiheit“, „Geschichte“ und „Verantwortung“. „Persönliche Freiheit kann sich nur in der Geschichte verwirklichen. Erzieherische, kulturelle und Einflüsse anderer Menschen prägen uns. Und das ist gut so, weil dadurch unser Leben Sinn bekommt. Allerdings besitzen wir immer die Freiheit, all diese Einflüsse bewusst anzunehmen oder auch abzulehnen. […] Für unser Leben in Freiheit, unsere Handlungen, unsere Entscheidungen müssen wir uns stets verantworten, manchmal nur vor uns selbst, also unserem Gewissen, manchmal vor den dadurch beeinflussten Menschen, manchmal sogar vor dem Gesetz und vielleicht eines Tages vor einer höheren Instanz.“ Bezogen auf die anwesenden Abiturientinnen und Abiturienten hob Strunz hervor, wie angenehm der Jahrgang ihm und dem Kollegium in Erinnerung bleiben wird. Dabei attestierte er den Schülerinnen und Schülern neben hervorragenden schulischen Leistungen auch vorzügliche Charaktereigenschaften wie Belastbarkeit, Durchhaltevermögen und die nötige Ruhe und Gelassenheit. Strunz gab den Abiturientinnen und Abiturienten den abschließenden Wunsch mit auf den Weg, dass ihnen das Abitur die Basis dafür biete, ihr Leben mit der größtmöglichen Freiheit gestalten zu können, ohne dabei Geschichte und Verantwortung zu vergessen: „Denn dann werden Sie ein reiches, glückliches und gesegnetes Leben in Mitmenschlichkeit und Liebe führen.“ Auf diese Worte folgte die feierliche Aushändigung der Abiturzeugnisse an insgesamt 86 junge Erwachsene durch OStD Heribert Strunz, StD Klaus Habermeier und Oberstufenkoordinatorin StDin Julia Lahoda. Dabei war besonders bemerkenswert, dass insgesamt 34 Schülerinnen und Schüler eine Eins vor dem Komma erreicht hatten, wobei zehn von diesen mit einem Schnitt bis 1,2 abschnitten. Zwei Schülerinnen erzielten sogar die „Bestnote“ 1,0. Dafür erhielten die Schülerinnen und Schüler diverse Sonderpreise.

Zudem wurden in diesem Schuljahr zwei neue Ehrungen durchgeführt.

Zum einen wurden Anna Schmidbauer und Bastian Brumbi für ihre MINT-Spitzenleistungen am Robert-Koch-Gymnasium mit dem bundesweit anerkannten MINT-EC-Zertifikat ausgezeichnet. Damit werden besondere Leistungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gewürdigt: Durch herausragende fachwissenschaftliche Leistungen in der Oberstufe sowie zusätzliche außerschulische MINT-Aktivitäten, wie z.B. der Teilnahme an diversen Wettbewerben (u.a. Jugend forscht) oder Erfolge bei der WorldRobotOlympiad, erhalten die Absolventen ein wertvolles Instrument der Talent- und Spitzenförderung.

Der Förderverein wartete zum anderen abschließend mit einer Überraschung auf: Erstmalig verlieh er einen Preis für besonderes Engagement in der Schulfamilie. Darüber durfte sich Moritz Bomhard freuen, der sich als Schülersprecher, Mitglied der SMV, als Bezirksschülersprecher und Mitglied der Landesschülerkonferenz sowie durch sein Engagement im Schulsanitätsdienst, als Chor- und Big Band-Mitglied als auch im Technikteam jahrelang um das Schulleben bemüht hatte.

Beim abschließenden Sektempfang konnte der Abschlussjahrgang dann seine Glückwünsche von Freunden, Familie, Lehrern und weiteren Anwesenden entgegennehmen und den besonderen Tag ausklingen lassen.

Maria Karl