Immer wieder haben in den letzten Monaten Umfragen aufgeschreckt, die den Eindruck hinterlassen, dass sich die Menschen in Deutschland Sorgen um die Meinungsfreiheit machen. Nach einer Erhebung durch dimap im Oktober 2025 hatten immerhin 60% der Befragten das Gefühl, negative Reaktionen anderer zu befürchten, wenn sie ihre Meinung frei äußerten. Wie kann man solchen Befürchtungen entgegentreten? Indem man Meinungen gegenüberstellt, diese überzeugend begründet und diese Argumente dann offen, fair und sachlich erörtert und lösungsorientiert diskutiert. Dies ist das Anliegen des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend debattiert“, dessen Schulentscheid auch in diesem Jahr wieder am Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf für die 9. Klassen stattfand.
Die beteiligten Klassen hatten in den letzten Wochen dieses Format im Unterricht mit ihren Deutschlehrern Stephan Haimerl (9a), Veronika Bahle (9b), Susanne Loring (9c) und Klaus Habermeier (9d) eingeübt und Klassensieger gekürt, die nun im Schulfinale gegeneinander antraten. Dabei war die Auswahl an aktuellen wie auch kontroversen Themen groß, z.B.: „Soll das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten werden?“ oder „Soll Kupfergeld als gesetzliches Zahlungsmittel in Deutschland abgeschafft werden?“ Die Debattenrunden selbst fanden in der Aula vor zahlreichen Zuschauern aus verschiedenen Klassen des Gymnasiums statt, die die spannenden Debatten aufmerksam verfolgten. Neben den Debattanten selbst waren noch weitere Schülerinnen und Schüler als „Juroren“ aktiv. Sie bewerteten nach festgelegten Kriterien wie „Sachkenntnis“, „Ausdrucksvermögen“, „Gesprächsfähigkeit“ oder „Überzeugungskraft“ die Leistung der Teilnehmer. Nach einer Vorrunde qualifizierten sich die besten Vier für das Finale. Dabei erwiesen sich Maria Leeb (9c) und Lea Amann (9d) als die besten Debattantinnen und wurden dementsprechend als Schulsiegerinnen gekürt, die nun auch für das Bezirksfinale qualifiziert sind. Zu den weiteren erfolgreichen Teilnehmern zählten Simon Böttcher und Felix Spann (beide 9a) sowie Maria Liebelt (9b). Raphaela Köck (10a) und Bianca Schmidbauer (10b) ergänzten als aus dem letzten Jahr erfahrene Debattantinnen immer wieder die Viererrunden, in denen diskutiert wurde, außer Konkurrenz. Die besten Leistungen bei den Juroren zeigten Tobias Albrecht (9c) und Luca Hollauer (9d), die sich auch auf eine Teilnahme am Bezirksfinale freuen dürfen, darüber hinaus Jakob Ostermaier und Mariia Safonova (beide 9b). Besonders hervorzuheben ist, dass alle Juroren vor dem Wettbewerb eine professionelle Jurorenschulung durchlaufen haben und dafür auch eine „Fortbildungsbestätigung“ erhielten. Für die Einhaltung der Zeitvorgaben waren mehrere Schüler der Klasse 9b verantwortungsvoll als „Zeitwächter“ tätig. Der stellvertretende Schulleiter StD Klaus Habermeier zeigte sich bei der Siegerehrung sehr angetan von Leistung und Engagement der Jugendlichen.
Besonderer Dank für die Durchführung gilt zum einen den Organisatoren von „Jugend debattiert“ am Robert-Koch-Gymnasium, OStRin Veronika Bahle und OStR Stephan Haimerl, zum anderen dem Moderationsteam Miray Demir, Hannes Schwarzkopf (beide 10d) und Elena Preis (10b), die launig und mit viel Verve souverän durch den Wettbewerb führten. Julia Eder (9b) dokumentierte mit zahlreichen Fotos den erlebnisreichen Vormittag. Zu danken ist auch der Buchhandlung Pustet, die wie schon in den letzten Jahren attraktive Buchpreise für die Sieger stiftete.
Abschließend macht ein weiteres Ergebnis der eingangs erwähnten Studie Mut: 81% der Befragten setzen sich auch dafür ein, dass andere ihre Meinung frei äußern dürfen – auch wenn es nicht ihre eigene ist. Bei den beteiligten Schülerinnen und Schülern von „Jugend debattiert“ ist diese Einstellung in den letzten Wochen sicherlich zur Selbstverständlichkeit geworden.
