Die 10. Jahrgangsstufe des Robert-Koch-Gymnasiums durfte an der Universität Passau eine Reise erleben, die man sonst nur mit dicker Daunenjacke, Thermoskanne und einer ordentlichen Portion Abenteuerlust antritt. Naturfotograf Bernd Römmelt nahm die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der GeoCompass-Reihe mit auf seine Expeditionen in die eisigen Regionen des Nordens – und das ganz ohne Frostbeulen.
Mit einer Mischung aus atemberaubenden Bildern, trockenem Humor und ehrlicher Begeisterung erzählte Römmelt von seinen Touren durch Grönland, wo das Morgenrot schon mal anderthalb Stunden dauert und die Inuit bis vor wenigen Generationen völlig abgeschieden lebten. Hundeschlitten, endlose Weiten, Stille, die fast dröhnt – die Jugendlichen hingen an seinen Lippen.
Weiter ging es nach Island, wo Römmelt sich an steilen Klippen mit Papageientauchern duellierte (fotografisch, versteht sich) und im Norden der Insel den scheuen Polarfüchsen nachspürte. Besonders die seltenen Blaufüchse hatten es ihm angetan – und den Schülerinnen und Schülern offenbar auch.
In Norwegen jagte er den Polarlichtern hinterher, die sich natürlich erst dann zeigen, wenn man schon seit Stunden frierend wartet. Und in Schweden durfte er beim Rentierscheid der Sami dabei sein – ein faszinierender Einblick in eine jahrhundertealte Tradition.
Der Höhepunkt für viele war jedoch seine Erzählung aus Finnland: Elf Tage lang harrte Römmelt bei konstant –20 Grad in einem winzigen Unterschlupf aus, nur um einen frisch erwachten Braunbären für fünf Minuten vor die Linse zu bekommen. Die Mischung aus Wahnsinn, Leidenschaft und Geduld beeindruckte die Jugendlichen sichtlich.
Am Ende waren sich alle einig: Römmelts Vortrag war nicht nur eine Reise durch spektakuläre Landschaften, sondern auch ein Blick in einen Beruf, der Mut, Ausdauer und eine große Liebe zur Natur verlangt. Für manche öffnete sich an diesem Tag vielleicht sogar ein neues berufliches Fenster – eines mit Blick auf Polarlichter, Papageientaucher und die unendliche Weite des Nordens.
