Alkohol gilt in unserer Gesellschaft als ein Kulturgut, hat einen hohen Stellenwert und ist allgegenwärtig. Viele Menschen greifen viel zu selbstverständlich zum Feierabendbier, zum Wein auf der Familienfeier oder zum Sekt in der Geburtstagsrunde. Diese legale Droge hat gerade für viele Jugendliche eine enorme Anziehungskraft, weckt die Neugier Grenzen auszutesten und fördert den Wunsch nach Zugehörigkeit. Deshalb brauchen die Kinder in der schwierigen Phase des Erwachsenwerdens Unterstützung im Hinblick auf den Umgang mit Alkohol, da auch das gängige Rauschtrinken auf Partys zu dauerhaften Schäden führen kann. Alkoholkonsum schädigt das Gehirn, besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denn ihr Gehirn befindet sich noch in der Entwicklung und reagiert deshalb empfindlicher auf das Zellgift Alkohol. Frühzeitige Suchtprävention ist daher eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Gesundheitsförderung am Robert-Koch-Gymnasium.
Für die Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe fand kürzlich der interaktive Alkoholpräventionsworkshop „O`GSUFFA“ statt, den die Sozialpädagogin Angelika Pagany vom Gesundheitsamt Deggendorf leitete. In dem dreistündigen Kurs erhielten die Jugendlichen Fakten zum Alkoholkonsum und dessen Folgen. In Deutschland ist dies durch das Jugendschutzgesetz geregelt. Bier und Wein sind ab 16 Jahren erlaubt, während Spirituosen und Mixgetränke erst ab 18 freigegeben sind. Aber auch Vorschriften, die für den Straßenverkehr gelten, kamen zur Sprache. Ein wichtiger Bestandteil war zudem das Wiederholen von Erste-Hilfe-Maßnahmen bei stark betrunkenen Personen, da bei einem Verdacht auf Alkoholvergiftung schnelles Handeln entscheidend ist.
Für die Aktion am Ende des Workshops mussten die Schülerinnen und Schüler volle Konzentration zeigen, um mit einer aufgesetzten Alkoholrauschbrille, die einen Rauschzustand mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,00 Promille simuliert, einen Parkour durch Stühle und Warnhütchen durchlaufen zu können. Am Ziel warteten dann noch Bonbons auf dem Boden, die aufgehoben und ausgepackt werden mussten. Die Jugendlichen merkten sehr schnell, wie extrem die Wahrnehmung und die Feinmotorik im Rausch beeinträchtigt waren.
Angelika Pagany betonte am Schluss: „Je früher Jugendliche Alkohol trinken, desto größer sind die gesundheitlichen Risiken und die Wahrscheinlichkeit, dass sie dieses Verhalten ins Erwachsenenalter mitnehmen. Die Präventionsarbeit ist daher bei Jugendlichen von zentraler Bedeutung!“ Die Organisation des Workshops übernahm die Suchtpräventionsbeauftragte der Schule Monika Trum.
