Digitali­sierung, Sprachlern-Apps und KI-gestützte Über­setzer verändern unser Ver­hält­nis zum Spra­chen­lernen – als Schlüssel zum tiefgreifenderen Verständnis anderer Kul­turen sind Fremd­sprachen nach wie vor aber un­ver­zicht­bar, da mit Sprache auch kulturelle Konzepte und Traditionen vermittelt werden. Um die Freude am Lernen und Anwenden einer Sprache zu fördern, veranstaltet „Bildung & Begabung“ seit 1979 jährlich den Bundeswettbewerb Fremdsprachen, bei dem Schülerinnen und Schüler ab der 6. Klasse in verschiedenen Modi und Sprachen teilnehmen können. In Bayern beteiligten sich über alle Sprachen verteilt rund 1800 Schülerinnen und Schüler am diesjährigen Wettbewerb.

Sieben Schülerinnen und Schüler davon stammten aus der Klasse 10b des Robert-Koch-Gymnasiums – sie hatten sich Latein als Wettbewerbssprache ausgesucht! Tom Kobert trat in der Kategorie SOLO an, bei der die Teilnehmenden vorab ein Video einreichen mussten, in dem sie sich kurz auf Latein vorstellten und zu einem vorgegeben lateinischen Plinius-Text auf Deutsch Stellung nahmen. Am Wettbewerbstag im Januar, der an der Schule stattfand, musste nicht nur eine Übersetzung eines lateinischen Textes angefertigt werden, sondern auch Grammatikwissen, kulturelle Zusammenhänge und der kreative Umgang mit Sprache unter Beweis gestellt werden. Ein lateinisches Hörverstehen rundete den Wettbewerbstag ab. Tom Kobert erzielte dabei eine gute Leistung, was das ROKO sehr stolz macht!

Ebenso stolz ist die Schulfamilie auf Antonia Pernsteiner, Elena Preis, Maximilian Schmid, Bianca Schmidbauer, Paula Schmidbauer und Valentin Schröder, die sich der Herausforderung des TEAM-Wettbewerbs stellten. Die Gruppe reichte einen Videobeitrag mit dem Titel „Linea fati“ („Die Linie des Schicksals“) ein, dessen Geschichte sie vollständig selbst erfunden, geschrieben und ins Lateinische übersetzt hatten:

Zwei römische Jugendliche geraten durch eine Handleserin in eine Zeitreise von der Antike in unsere Gegenwart. Um zurückzukehren, müssen sie eine Erinnerung opfern, wie sie im Laufe der Handlung durch den „Wächter der Zeit“ erfahren.

Beim Übersetzen entdeckte die Gruppe die Chancen und Grenzen der KI-Übersetzungen, die einiger Überarbeitungen bedurften. Unter erschwerten Schneebedingungen filmten die Teilnehmenden ihre Story ab und zogen ihren Beitrag durch den Schnitt und technische Einstellungen glatt. Als die ganze Klasse das fertige Ergebnis – zusammen mit sehr lustigen Outtakes – sehen durfte, gab es tosenden Applaus.

Nach den Pfingstferien erreichten uns, zusammen mit individuellem Feedback, die Urkunden, die die Schulleitung den eifrigen Schülerinnen und Schülern freudig überreichte.