Aktuelle politische Entwicklungen einordnen, Hintergründe verstehen und unterschiedliche Perspektiven kritisch reflektieren – all das gehört zu den zentralen Zielen politischer Bildung am Robert-Koch-Gymnasium. Vor diesem Hintergrund fand am Freitag, den 13. März 2026, der Vortrag USA Update 2026 statt, der sich mit aktuellen internationalen Krisen sowie mit zukünftigen politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten beschäftigte.
Als Referent konnte Dr. Markus Hünemörder von der Ludwigs-Maximilians-Universität München gewonnen werden. Der Politikwissenschaftler, vielen Schülerinnen und Schülern bereits aus Veranstaltungen im Amerikahaus München bekannt, hielt einen englischsprachigen Vortrag für die Jahrgangsstufen 11 und 12 sowie den Q13-Kurs der Organisatorin StRin Stefanie Finkl. Ziel der Veranstaltung war es, wissenschaftlich fundierte Orientierung zu bieten und politische Entwicklungen über tagesaktuelle Schlagzeilen hinaus einzuordnen. Immer wieder griff Dr. Hünemörder dabei auch auf Beispiele aus der Popkultur zurück – etwa aus The Simpsons, South Park und Saturday Night Live –, um politische Entwicklungen pointiert zu veranschaulichen und den Vortrag aufzulockern.
Im Zentrum stand die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump nach der Präsidentschaftswahl 2024. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf aktuellen internationalen Konflikten und ihrer Bedeutung für die amerikanische Außenpolitik. Dabei ging Dr. Hünemörder auch auf die jüngste militärische Eskalation im Nahen Osten ein, insbesondere auf den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran, der weltweit politische und wirtschaftliche Folgen hat und auch die amerikanische Innenpolitik beeinflusst.
Darüber hinaus richtete der Vortrag den Blick auf zukünftige politische Entwicklungen in den USA. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Midterm Elections im November 2026, bei denen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie ein Teil des Senats neu gewählt werden. Diese Wahlen gelten traditionell als wichtiger Stimmungstest für die amtierende Regierung und können darüber entscheiden, ob Präsident Trump weiterhin stabile Mehrheiten im Kongress besitzt oder mit stärkerer parlamentarischer Opposition rechnen muss. In diesem Zusammenhang verwies Dr. Hünemörder auch auf den derzeit schwierigen Zustand der Demokratischen Partei, den er als „sorry state of the Democratic Party“ charakterisierte. Zugleich betonte er, dass der Ausgang der Zwischenwahlen maßgeblich von der wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten abhängen dürfte.
Besonders bereichernd war der anschließende Austausch mit den Schülerinnen und Schülern. Sie nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Positionen zu diskutieren und eigene Einschätzungen zu formulieren. Politische Bildung wurde so nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als offener, dialogischer und kontroverser Diskurs erlebbar. Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung suchten mehrere interessierte Schülerinnen und Schüler noch das Gespräch mit dem auskunftsfreudigen Referenten.
Fachschaftsleiterin StDin Petra Keller betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen für das schulische Profil: „Externe wissenschaftliche Perspektiven ermöglichen es unseren Schülerinnen und Schülern, aktuelle politische Entwicklungen differenziert zu betrachten und ihre eigene Position zu entwickeln.“ Der Vortrag USA Update 2026 unterstrich damit den Anspruch des Robert-Koch-Gymnasiums, politische Bildung aktuell, international ausgerichtet und wissenschaftlich fundiert zu gestalten.
