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Präsentation im Kultusministerium

Schülerblicke auf Bayerns erste Parlamentarier
Schüler des RoKo beteiligen sich an Veranstaltung im Bayerischen Kultusministerium

Willenlose Untertanen oder selbstbewusste Volksvertreter? Wie verstanden sich die Abgeordneten der Ständeversammlung, die König Max I. Joseph 1819 einberufen hatte? Welchen Berufen gingen sie im Alltagsleben nach und welche Spuren haben sie der nachwelt hinterlassen? All diesen und vielen anderen Fragen gingen Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern im Rahmen des Projektes „Die Ständeversammlung von 1819 und ihre Abgeordneten – 200 Jahre Verfassung in Bayern“ nach. Ihre Antworten präsentierten sie bei der Abschlussveranstaltung im Bayerischen Kultusministerium am 4. Februar 2019, dem 200. Jahrestag der Eröffnung dieses ersten Vorläufers des heutigen Landtags, im Beisein von Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo.

Das Projekt wurde gemeinsam initiiert von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, vom Haus der Bayerischen Geschichte und vom Verband bayerischer Geschichtsvereine. Die Hauptarbeit haben die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren betreuenden Lehrkräften sowie mithilfe von Historischen Vereinen und Kultureinrichtungen im Freistaat geleistet – unter den Teilnehmern natürlich auch eine Gruppe freiwilliger Oberstufenschüler des Robert-Koch-Gymnasiums unter Betreuung von OStR Dr. Ernst Schütz, der bei diesem Anlass zugleich als 1. Vorsitzender des Geschichtsvereins für den Landkreis Deggendorf fungieren konnte.

Bereits seit einem Jahr beschäftigten sich die Kochler mit der historischen Persönlichkeit des Johann Nepomuk Freiherrn von Pelkhoven, einem der ersten Vertreter des Unterdonaukreises (ein Vorläufer des heutigen Bezirks Niederbayern) und Krypto-Demokraten aus der Zeit der Napoleonischen Kriege, der zudem in seiner Rolle als Kreisschulrat seit 1818 für den Aufbau eines funktionierenden Schulwesens in unserer Gegend entscheidende Impulse gesetzt hatte. Von der Nachwelt vergessen und von der historischen Forschung links liegengelassen, sollte er mitsamt seiner Zeit, die einen so signifikanten Umbruch für Bayern mit sich brachte, der demokratiegeschichtlichen Demenz entrissen werden – auch wenn die Ständeversammlung von damals mit heutigen demokratischen Maßstäben natürlich noch nicht gleichauf zu betrachten war.

Die Vorstellung Pelkhovens beinhaltete neben den grundlegenden Daten zu dessen Leben und zu seiner Relevanz für die bayerische Parlamentarismusgeschichte einen selbsterstellten Dokumentarfilm, der als Drehbuchgrundlage die erhaltene Trauerrede Pelkhovens aus dem Jahr 1830 nutzt. Gespickt mit Rückblenden und Spielszenen, die die verschiedenen Stationen seines Lebens rekonstruieren und sich ebenso farbenfroh wie liebevoll gestaltet darbieten, war seinen Machern der Applaus der prall gefüllten Veranstaltung von Anfang an sicher war. Eine ausführliche Projektbeschreibung ist zu finden auf der Homepage der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit: http://www.blz.bayern.de/meldung/schueler-forschen-auf-den-spuren-der-ersten-bayerischen-abgeordneten.html.

Die Schülerinnen und Schüler des Robert-Koch-Gymnasiums präsentieren ihren Dokumentarfilm (1. Reihe 2.v.l. Kultusminister Prof. Dr. Piazolo)
Die Schülerinnen und Schüler zusammen mit Dr. Ernst Schütz (2.v.l.) und Dr. Ludwig Unger von der bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (1.v.l.), Prof. Dr. Manfred Treml vom Verband bayerischer Geschichtsvereine (5.v.l.), sowie Dr. Christine Grieb vom Haus der Bayerischen Geschichte (2.v.r.) im Alten Ministergang des Bayerischen Kultusministeriums
Verfasser: Dr. Ernst Schütz, 11.2.2019